Zwischen Degginger und Stadtlagerhaus: Die 4transfer Learning Journey nach Regensburg
02.04.2025

Dieses Mal führte uns unsere Learning Journey nach Regensburg, wo wir mit zwölf Teilnehmenden unserer 4transfer-Partner am 25. März anreisten. Eingeladen waren wir als erstes zum Netzwerkdienstag, den die Kreativbehörde Regensburg – die zentrale Anlaufstelle der Stadt Regensburg für die ansässige Kultur- und Kreativwirtschaft – gemeinsam mit dem Forum Kreativwirtschaft aller zwei Monate veranstaltet.
Netzwerkdienstag im Degginger
Der Netzwerkdienstag ist jedoch nicht „nur“ das Branchentreffen der Kultur – und Kreativwirtschaft in Regensburg, sondern bietet jedes Mal auch inspirierende Impulse und ist Plattform für Austausch, neue Kontakte und mögliche Kollaborationen. Die Location des Netzwerkdienstags ist das Degginger. Ein liebevoll saniertes vierstöckiges Patrizierhaus aus dem 14. Jahrhundert mitten im historischen Zentrum von Regensburg. Betrieben wird es von einem interdisziplinären Team, bestehend aus der Kreativbehörde Regensburg, der HTW GmbH, dem Cross-Innovation-Management der Stadt Regensburg, dem Kulturamt sowie dem Haus- und Community-Management des Degginger. Das Team kümmert sich hierbei das gesamte Jahr über um die passende Atmosphäre, stimmige Inhalte sowie die erforderliche Infrastruktur.
So auch an diesem Netzwerkdienstag, der mit den soulig-jazzigen Klängen und Gesängen von Karidja Keita, einer überaus talentierten Newcomerin aus Regensburg, eröffnet wurde.
Im Anschluss folgte ein live geführtes Interview mit Fritz und Jakob Pustet, Vater und Sohn, in dem es um den Generationenwechsel im Traditionsunternehmen Bücherei, Buchbinderei und Druckerei Pustet in Regensburg ging. Antworten gab es auf die Fragen: Wie gelingt es, ein Familienunternehmen erfolgreich über Generationen hinweg zu führen und welche Herausforderungen bringt der Wandel mit sich?
Das Programm fuhr fort mit Sevim Süzeroglu-Melchiors, Professorin an der OTH Regensburg, die spannende Einblicke in die Bereiche Entrepreneurship, Innovationsmanagement und die Bedeutung von Patenten und geistigem Eigentum für Start-ups gab.
Danach ging es mit dem offensichtlich sehr beliebten Pitch-Format „3×3 Minuten“ weiter, in dem Gründer:innen ihr Geschäftsmodell in – ja, genau – drei Minuten vorstellen. Anschließend gab Andreas Jäger, Geschäftsführer des Verbands der Popkultur in Bayern, eine Übersicht über die Förderarbeit im Bereich der Popkultur sowie über die Verbandsprojekte in Bayern. Zum Abschluss wurde die Ausstellung „Blickwinkel: Perspektive 360 Grad“ von Jula Henkel vor Ort eröffnet.
Unser Zwischenfazit: Wir haben die Stunden im Degginger sehr genossen, uns wunderbar ausgetauscht und wurden beim Verabschieden von Caroline Hoffmann, der Projektleiterin vom Labor der kreativen Köpfe, nochmal mit ordentlich Vorfreude auf den kommenden Tag angefüttert.
Kreativareal Stadtlagerhaus
Am zweiten Tag ging es in den Osten von Regensburg, genauer gesagt ins Creative Hub am Kreativareal Stadtlagerhaus. Dort stellte uns Projektleiterin Caroline Hoffmann das Labor der kreativen Köpfe sowie ein konkret umgesetztes Projekt in der Innenstadt von Regensburg vor. Anschließend präsentierte Sebastian Knopp von der Kreativbehörde leidenschaftlich die Pläne für das Areal des Stadtlagerhauses, was allen eine gute Vorstellung von Ideen, aber auch von den Herausforderungen des gesamten Unterfangens gab.
Abgerundet und richtig greifbar wurden die Einblicke aber dann durch die anschließende Führung durch die beiden Hallen am Auweg und das Stadtlagerhaus, einem historischen Getreidespeicher von 1910, der sogar noch bis 2018 als Speicher- und Umschlagplatz für Getreide in Betrieb war. Fazit: sehr beeindruckend. Sowohl die historische Dimension des Ortes als auch die Visionen für dessen kreative Zukunft.
Zum Mittag trafen wir uns dann erneut in großer Runde im Degginger, wo im Anschluss auch die Präsentation von Oliver Löscher, dem Projektleiter des Degginger stattfand, die nochmal umfassende Einblicke in die Organisation und die inhaltliche Ausrichtung des Hauses gab.
Zum Abschluss unserer Learning Journey gab es noch eine Führung durch die „Smart City Regensburg“ mit Dr. Nicole Litzel, bei der Historie und Moderne miteinander verschmolzen. Zahlreiche praktische Beispiele machten uns hierbei deutlich, wie man den Innenstadtraum attraktiv gestalten und eine Stadt auf innovative Weise resilient machen kann.
Unser Fazit unseres Ausflugs nach Regensburg: Wir haben uns sehr über den regen und offenen Austausch, die schöne Zeit und das leckere Essen im Degginger sowie über die spannenden und überaus reichhaltigen Einblicke im Rahmen des gesamten Programms gefreut. Achja, dem Wunsch der Regensburger, auch mal nach Sachsen zu kommen, werden wir auf jeden Fall nachkommen.
Erkenntnisse der Learning Journey “Regensburg”:
- positive Narrative erleichtern das Verständnis und oft auch die anschließende praktische Umsetzung
- von „Das Kreative“ zu sprechen, schließt alle ein; besonders diejenigen, für die “Kreativität” zu ungreifbar ist
- “25 Prozent”: wenn man 25 Prozent eines Teams überzeugt hat, dann folgt der Rest
- an einem Tisch sitzen ist zielführender als zwanzig Online-Meetings
(©4transfer/Fotos: Sophia Schmelz & Mandy Eibenstein)